Jugendlicher bei Fereinjobarbeit

Ferien- und Nebenjobs, was Sie darüber wissen sollten

Mit Ferien- und Nebenjobs sammeln Jugendliche erste Erfahrungen in der Berufswelt. Gleichzeitig erhöhen sie das Taschengeld. Auf diese Weise lernen die Jugendlichen den Zusammenhang zwischen Geld und Arbeit kennen.

Jugendliche Arbeitnehmende werden durch das Arbeitsgesetz geschützt. Für Jugendliche unter 15 Jahren sind nur leichte Arbeiten erlaubt. Unter leichten Arbeiten versteht man beispielsweise kleine Erledigungen, Ferienjobs und Schnupperlehren, welche den Schulbesuch und die Schulleistung nicht beeinträchtigen. Mögliche Ferien- und Nebenjobs sind Rasenmähen, Schulhaus putzen, am Kiosk mithelfen, auf dem Bauernhof mitarbeiten oder Babysitting. Zum Kinderhüten wird meistens ein Babysitter-Kurs vorausgesetzt, welcher zum Beispiel beim Schweizerischen Roten Kreuz  besucht werden kann.

Arbeiten, welche die Gesundheit, die Sicherheit oder die persönliche Entwicklung der Jugendlichen beeinträchtigen, sind grundsätzlich verboten. Ein Jugendlicher darf bei Zügelarbeiten mithelfen, aber, um Rückenschäden zu vermeiden, keine schweren Gegenstände heben. Zu den gefährlichen Arbeiten gehören auch das Bedienen von Maschinen mit einem hohen Unfallrisiko, lärmbelastende Arbeiten oder der Umgang mit gefährlichen Gegenständen wie Chemikalien. All diese Vorgaben gelten sowohl für die berufliche Grundbildung als auch für Ferien- und Nebenjobs.

Gesetzliche Vorgaben zu Alter und Arbeitszeit

Das Gesetz gibt vor, dass Kinder erst ab dem 13. Lebensjahr einer bezahlten Beschäftigung nachgehen dürfen. Zudem dürfen an 13- bis 15-Jährige nur leichte Arbeiten und Botengänge vergeben werden.

Die erlaubte Arbeitszeit für schulpflichtige Jugendliche ab dem 13. Altersjahr muss an Werktagen in der Regel zwischen 6 und 18 Uhr stattfinden:

  • Während der Schulzeit sind an Schultagen oder Samstagen drei Stunden pro Tag und maximal neun Stunden pro Woche erlaubt.
  • Während der Ferienzeit sind acht Stunden pro Tag und bis maximal 40 Stunden pro Woche zulässig. Allerdings dürfen Jugendliche nur höchstens 50 Prozent der Schulferien arbeiten.
  • Sonntags- und Nachtarbeit ist für Jugendliche grundsätzlich verboten.

Ausführliche Informationen finden sich in der Broschüre zum Jugendschutz SECO .

Die Suche nach einem «Sackgeldjob»

Einen geeigneten Ferien- oder Nebenjob zu finden, ist nicht ganz einfach. Gerade im städtischen Raum sind die Möglichkeiten für Ferienjobs begrenzt. Weil die meisten Jobs unter der Hand weggehen, sind Beziehungen wertvoll. Die regionale Jugend- und Quartierarbeit ist eine Anlaufstelle, um an einen «Sackgeldjob» zu gelangen. Im Internet gibt es ebenfalls einige Portale, auf denen Jugendliche nach einer Beschäftigung suchen können, zum Beispiel: www.jobs4teens.ch, www.mini-jobs.ch, www.ferienjob.ch, www.agriviva.ch.

Mit ihrem Netzwerk und Wissen können Eltern ihren Sprössling unterstützen, einen Job zu finden. Die Anfrage an den Arbeitgeber sollte das Kind selber übernehmen. Hilfreich ist, wenn Eltern mit dem Kind das Vorgehen besprechen oder ein mögliches Telefonat üben.

Empfehlungen für die Entschädigung

Für die Höhe der Entschädigungen gibt es keine gesetzliche Grundlage und die Empfehlungen variieren. Empfohlen wird ein Stundenlohn, der plus minus dem Alter des Kindes entspricht. Beispielweise: für 14-Jährige zwischen 13 bis 15 Franken pro Stunde.

Den eigens verdienten Lohn darf ein unmündiges Kind selber verwalten und nutzen. Lebt das Kind mit den Eltern zusammen, können diese verlangen, dass es einen angemessenen Beitrag an seinen Unterhalt leistet (ZGB, Artikel 323).

Ein Arbeitszeugnis ist hilfreich

Beim Abschluss eines Jobs empfiehlt es sich den Arbeitgeber, die Arbeitgeberin, um ein kurzes Arbeitszeugnis zu bitten. Bei der späteren Lehrstellensuche kann ein positiver Bericht zur Arbeitsleistung hilfreich sein.

Tipps für Eltern

  • Sie können Ihr Kind beim Knüpfen von Kontakten unterstützen. Nachher sollte Ihre Tochter, Ihr Sohn sich möglichst selbstständig um einen Ferien- oder Nebenjob kümmern.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Erfahrungen während der Suche und auch während des Arbeitseinsatzes. Geben Sie falls nötig Tipps.
  • Bei Ferien- und Nebenjobs entsteht rechtlich gesehen ein Arbeitsvertrag. Obwohl die Schriftlichkeit nicht zwingend ist, empfiehlt es sich, die wichtigsten Punkte schriftlich festzuhalten. Bei Jugendlichen unter 18 Jahren sind die Eltern unterschriftsberechtigt.
  • Der selbstverdiente Lohn gehört dem Jugendlichen. Wie auch beim Lehrlingslohn dürfen die Eltern jedoch verlangen, dass der Jugendliche einen angemessenen Beitrag an den Unterhalt beisteuert. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel Kostgeld: Wie viel soll ein Lehrling zu Hause abgeben.

Andrea Gimmi

Andrea Gimmi

Andrea Gimmi ist Projektkoordinatorin im Team Prävention Jugendarbeitslosigkeit. Unter anderem organisiert sie Bewerbungstrainings in Oberstufenklassen, damit Schülerinnen und Schüler noch intensiver auf den Bewerbungsprozess vorbereitet werden können.

Daniel Betschart

Daniel Betschart

Daniel Betschart ist bei der Pro Juventute für den Themenbereich Finanzkompetenz zuständig. Er koordiniert Projekte und Programme für Kinder, Jugendliche, Eltern und Fachpersonen rund um die Themen Geld und Konsum. Er war lange in der offenen Jugendarbeit tätig und ist Vater von 2 Buben.

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