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Weihnachten, ein Fest zwischen Ritualen und Konsum

Weihnachten weckt Erwartungen und steckt voller Emotionen. Oft bewirkt das ganze Drum und Dran der Weihnachtszeit, dass man sich fragt, wie man Weihnachten gestalten möchte. Gedanken zum Umgang mit Traditionen, Hektik und Verkaufsrummel.

Was macht Weihnachten aus? Sind es Bräuche und Traditionen, die in dieser Zeit gepflegt werden oder stehen Geschenke im Mittelpunkt? Geschäfte, die den Weihnachtsverkauf bereits im Herbst lancieren, behaupten stets aufs Neue, dass die Konsumentinnen und Konsumenten so früh nach den Weihnachtsangeboten verlangen. Doch will man sich wirklich permanent zum Kaufen verführen lassen?

Emotionen spielen mit

Passt Weihnachten überhaupt noch in unsere moderne Zeit? Soll man sich noch einen echten Weihnachtsbaum besorgen oder ist dieser Brauch überholt? Wäre es nicht einfacher und zeitgemässer, auf dem Bildschirm einen Baum downzuloaden, ihn selber digital zu schmücken und am Heiligabend mit der Familie zu bestaunen? Warum sind solche Vorschläge auch in unserer elektronisch gesteuerten Zeit keine ernstzunehmende Alternative? Fehlt ihnen womöglich doch die nötige Emotionalität?

Prägende Erinnerungen

In der Vorweihnachtszeit wird man gerne sentimental, wenn man sich an die Guetzlidüfte erinnert, die in der eigenen Kinder- und Jugendzeit das Haus gefüllt haben. Auch die geschmückte Stube, als man selber noch klein war, die prickelnde Vorfreude und die fast unerträgliche Spannung auf das Weihnachtsfest, sind auf einmal präsent. Schade also, wenn wir uns Weihnachten durch die alltägliche Hektik und den Konsumrummel verderben lassen. Denn die festliche Stimmung durch weihnächtliche Lichter, die Weihnachtsmusik und die Weihnachtsmärkte üben auch heute noch einen Reiz aus.

Werte und Grundsatzfragen

Gleichzeitig werden in der Vorweihnachtszeit auch Grundsatzfragen drängender. Versucht man aktiv dem Rummel entgegenzuwirken oder zieht man mit? Oftmals machen wir Erwachsenen uns auch selber etwas vor. Die Ansprüche des Sohnes, der Tochter zu erfüllen, kostet zwar unter Umständen eine Stange Geld, doch erspart man sich dafür Diskussionen über Werte, die man wichtig findet und gerne weitergeben möchte.

Weihnachtsrituale pflegen

Kinder sind empfänglich für Weihnachtsrituale, die sich jahrein jahraus wiederholen: Ungeduldig warten bis das Glöckchen erklingt und sich die Türe zur Weihnachtsstube endlich öffnet. Gemeinsam singen und musizieren, immer die gleiche Geschichte hören, die Papa am Weihnachtsabend stets so enthusiastisch erzählt, sich auf das Weihnachtsmenü freuen, dass einfach zum Heiligabend gehört. Solche Erinnerungen bleiben haften und werden oft an die eigenen Kinder weitergegeben. Warum also nicht wieder mehr Zeit für Rituale aufwenden und den Mut aufbringen, Weihnachten so zu gestalten wie es für die eigene Familie passt?

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