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Mehr Weihnachtsstimmung statt Weihnachtsrummel

Weihnachten weckt Erinnerungen, löst Erwartungen aus und steckt voller Emotionen. Je länger je mehr bewirkt das ganze Drum und Dran der Weihnachtszeit, dass man sich überlegt, wie man Weihnachten gestalten möchte. Gedanken zum Umgang mit Traditionen, Hektik und Verkaufsrummel.

In der Vorweihnachtszeit fragen sich viele Leute, ob sie endlich mal versuchen sollen, dem Rummel entgegenzuwirken. Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn Kinder haben Wünsche und hoffen, dass diese an Weihnachten in Erfüllung gehen. Die Ansprüche des Sohnes, der Tochter zu erfüllen, kostet zwar unter Umständen eine Stange Geld, doch erspart man sich dafür Diskussionen über Werte, die man wichtig findet und eigentlich gerne weitergeben möchte.

Grundsatzfragen stellen

Was macht Weihnachten aus? Sind es Bräuche und Traditionen, die in dieser Zeit gepflegt werden oder stehen Geschenke im Mittelpunkt? Geschäfte, die den Weihnachtsverkauf bereits im Herbst lancieren, behaupten stets aufs Neue, dass die Konsumentinnen und Konsumenten so früh nach den Weihnachtsangeboten verlangen. Ein verlockendes Spielparadies weckt Bedürfnisse bei den Kindern und soll Eltern, Grosseltern, Gotte und Götti zum Schenken anregen. Doch will man sich wirklich permanent zum Kaufen verführen lassen?

Erinnerungen begleiten

In der Vorweihnachtszeit werden Erwachsene gerne sentimental. Man erinnert sich an die Guetzlidüfte, die in der eigenen Kinder- und Jugendzeit das Haus füllten. Auch die geschmückte Stube, als man selber noch klein war, die prickelnde Vorfreude und die fast unerträgliche Spannung auf das Weihnachtsfest, sind auf einmal präsent. Vielleicht fragt man sich auch, ob Weihnachten, durch die alltägliche Hektik und den Konsumrummel, seinen Glanz verlieren muss. Es lohnt sich, in der Familie bewusst Traditionen zu pflegen, die man als wichtig erachtet. So vermittelt man Kindern, dass nicht nur Geschenke zählen, sondern auch festliche Stimmungen, weihnächtliche Lichter, Weihnachtsmusik einen besonderen Reiz ausüben.

 Weihnachtsrituale pflegen

Kinder sind empfänglich für Weihnachtsrituale, die sich jedes Jahr wiederholen: Ungeduldig warten bis das Glöckchen erklingt und sich die Türe zur Weihnachtsstube endlich öffnet. Gemeinsam singen und musizieren, immer die gleiche Geschichte hören, die Papa am Weihnachtsabend stets so enthusiastisch erzählt, sich auf das Weihnachtsmenü freuen, dass einfach zum Heiligabend gehört. Solche Erinnerungen bleiben haften und werden oft an die eigenen Kinder weitergegeben. Warum also nicht wieder mehr Zeit für Rituale aufwenden und den Mut aufbringen, Weihnachten so zu gestalten wie es für die eigene Familie passt?

Was Eltern tun können – vier Tipps

  •  Weihnachten ist eine Gelegenheit, sich als Familie zu überlegen, welche Werte man vermitteln und welche Traditionen man pflegen möchte.
  • Wenn Kinder erleben, dass nicht nur Geschenke zählen, sondern festliche Stimmungen, weihnächtliche Lichter, Weihnachtsmusik ebenfalls einen besonderen Reiz ausüben.
  • Kinder sind empfänglich für Weihnachtsrituale, die sich jahrein jahraus wiederholen. Gemeinsam singen und musizieren, immer die gleiche Geschichte hören, sich auf das Weihnachtsmenü freuen sind Erinnerungen, die haften bleiben.
  • Es lohnt sich, mehr Zeit für Rituale aufzuwenden und Weihnachten wieder so zu gestalten, dass es für die eigene Familie passt.

Susan Edthofer

Susan Edthofer

Susan Edthofer ist Pädagogin und Texterin. Früher war sie als Redaktorin für die Fachzeitschrift «4 bis 8» tätig. Seit 2011 arbeitet sie als Redaktorin für die Pro Juventute Elternbriefe und verfasst regelmässig Beiträge zu Erziehungsthemen.

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