Unsere Empfehlungen zum Thema Taschengeld

Mit dem Start ins neue Schuljahr rĂŒckt auch das Thema Taschengeld bei vielen Familien in den Fokus. Überlegungen zum Umgang mit Geld und Empfehlungen sollen Eltern helfen, einen eigenen Weg fĂŒr ihre Kinder zu finden.

Ist Taschengeld ĂŒberhaupt sinnvoll?

Geld spielt in der heutigen Gesellschaft eine wichtige Rolle. Kinder sollten daher die Möglichkeit haben, den Umgang mit Geld frĂŒh zu erlernen. Taschengeld eignet sich als Übungsfeld zum Einteilen von Mitteln und um den Wert von Dingen kennenzulernen. Das Kind ĂŒbernimmt Verantwortung und entscheidet, ob es sein Taschengeld ausgeben oder sparen möchte. In vielen Familien gewinnt das Thema Taschengeld mit dem Schuleintritt an Bedeutung. Ein guter Zeitpunkt, da das Kind nun auch Rechnen lernt und immer selbststĂ€ndiger wird. Taschengeld ist eine Möglichkeit, den Umgang mit Geld frĂŒh zu lernen. Mit Kindern ĂŒber Geld, Lebenskosten und Werte zu sprechen, ist ebenfalls wichtig. Gemeinsam kann ĂŒberlegt werden: Woher kommt das Geld? Was fĂŒr einen Stellenwert nimmt es in unserem Leben ein? Wie gehen wir mit WĂŒnschen um?

Wie viel Taschengeld sollen Eltern geben?

Nicht jede Familie ist finanziell in der Lage, ihren Kindern Taschengeld zu geben oder sieht aus anderen GrĂŒnden davon ab. Wird ein Taschengeld ausgehĂ€ndigt, gilt grundsĂ€tzlich: Die Höhe des Taschengeldes richtet sich nach dem Alter des Kindes und nach den finanziellen Möglichkeiten der Familie. Wie wĂ€re es mit:
JĂŒngere Kinder sind noch nicht geĂŒbt, langfristig zu planen und Geld ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum einzuteilen. Bis zur vierten Klasse ist es daher sinnvoll, das Taschengeld wöchentlich auszubezahlen. Ab dem fĂŒnften Schuljahr kann das Taschengeld monatlich ausbezahlt werden. UnabhĂ€ngig von Empfehlungen ist entscheidend, dass das Taschengeld ins eigene Familienbudget passt.

Taschengeld Richtlinien

Als Richtlinien empfiehlt Budgetberatung Schweiz ab der ersten Klasse je einen Franken pro Schuljahr und pro Woche.

  • ab sechsjĂ€hrig: Fr. 1.– pro Woche
  • ab siebenjĂ€hrig: Fr. 2.– pro Woche
  • ab achtjĂ€hrig: Fr. 3.– pro Woche
  • ab neunjĂ€hrig: Fr. 4.– pro Woche
  • zehn- und elfjĂ€hrig: Fr. 25.– bis Fr. 30.– pro Monat
  • zwölf- bis vierzehnjĂ€hrig Fr. 30.– bis Fr. 50.– pro Monat

UnabhÀngig von Empfehlungen, entscheidend ist, dass das Taschengeld ins Familienbudget passt.

Braucht es Regeln vor der ersten TaschengeldĂŒbergabe?

Wird ein Taschengeld ausgehĂ€ndigt, ist es hilfreich, wenn Eltern mit der Tochter oder dem Sohn besprechen, wie das Geld sinnvoll verwendet werden kann und wofĂŒr es gedacht ist. Taschengeld ist in der Regel fĂŒr persönliche WĂŒnsche und fĂŒr das VergnĂŒgen des Kindes vorgesehen, also nicht fĂŒr zwingend Nötiges. Was das Kind selber bezahlen soll, muss erst geklĂ€rt und zusammen mit dem Kind festgelegt werden: Das Lieblingsheftli, SĂŒssigkeiten vom Kiosk, Glace in der Badi? Innerhalb der vereinbarten «Spielregeln» darf das Kind selber entscheiden, wofĂŒr es sein Geld ausgibt. Dabei gelten natĂŒrlich immer auch andere Familienregeln, wie beispielsweise nach dem Abendessen keine SĂŒssigkeiten verzehren, auch nicht die selbstgekaufte Schoggi.

Ist Taschengeld streichen eine geeignete Strafe?

Nein, Taschengeld eignet sich nicht als Bestrafungsmittel. Taschengeld sollte regelmĂ€ssig und unaufgefordert ausbezahlt werden und nicht an erzieherische Massnahmen geknĂŒpft sein. Eine Streichung des Taschengeldes als Strafe ist oft nicht wirkungsvoll, da zwischen Vorfall und Sanktion viel Zeit vergehen und man dieses Druckmittel nicht beliebig oft wiederholen kann. Meist gibt es zwei Reaktionen der Kinder: Entweder es ist ihnen egal, weil das Taschengeld nicht hoch ist, sie es nicht fĂŒr Notwendigkeiten brauchen und vielleicht sowieso den grössten Teil sparen. Oder sie Ă€ndern ihr Verhalten nur aus Angst und nicht aus Einsicht, was bloss die MachtverhĂ€ltnisse zwischen Eltern und Kindern verstĂ€rkt. Beides ist nicht förderlich.

Soll das Taschengeld aufgestockt werden, wenn bereits nach kurzer Zeit alles aufgebraucht ist?

Davon ist abzuraten. Da Taschengeld nicht fĂŒr «dringend Notwendiges» gedacht ist, ist es nicht nötig, zusĂ€tzliches Geld auszuzahlen, einen «Kredit» zu gewĂ€hren oder einen Teil des kommenden Monats vorzustrecken. Ist das Geld aufgebraucht, muss das Kind warten, bis es das nĂ€chste Taschengeld bekommt. Wie bei anderen Lernfeldern gehören auch im Umgang mit Geld Misserfolge dazu, ein Kind darf Fehler machen. Nur wenn die Eltern nicht gleich in die Bresche springen, lernt das Kind, sein Geld einzuteilen. Warten können, ist eine wichtige FĂ€higkeit, die das Kind gegen zahlreiche Versuchungen schĂŒtzt.

Empfehlungen fĂŒr den Umgang mit Taschengeld

  • Zahlen Sie das Taschengeld regelmĂ€ssig und unaufgefordert aus.
  • HĂ€ndigen Sie kein zusĂ€tzliches Geld aus, wenn das Taschengeld nicht reicht. .
  • Sprechen Sie ĂŒber eine sinnvolle Verwendung von Geld.
  • Lassen Sie das Kind trotzdem frei ĂŒber sein Geld verfĂŒgen.
  • Achten Sie darauf, dass Familienregeln weiterhin gelten.

Mit oder ohne Taschengeld:

  • Interessieren Sie sich fĂŒr die (Kauf-) WĂŒnsche Ihrer Kinder.
  • Unterhalten Sie sich mit Ihren Kindern ĂŒber erfĂŒllbare und unerfĂŒllbare WĂŒnsche.
  • Treffen Sie klare Vereinbarungen.
  • Sprechen Sie mit Ihren Kindern ĂŒber Geld:
    • Woher kommt Geld?
    • Wie gehen Sie selber mit Geld um?

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