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Schnupperlehre: erste Einblicke in die Berufswelt

Berufsluft schnuppern, Eindrücke gewinnen, Arbeit hautnah erleben. Schnupperlehren haben eine hohe Wichtigkeit im Berufswahlprozess, damit Oberstufenschülerinnen und -schüler einen praktischen Einblick in die Arbeitswelt erhalten und besser einordnen können, welche Berufe sie interessieren und ihre Herzen höher schlagen lassen.

Schnupperlehren werden von vielen Lehrbetrieben angeboten, um Schülerinnen und Schülern einen ersten Einblick in den Alltag verschiedener Berufe zu ermöglichen. Schnuppern können Jugendliche ab ihrem 13. Geburtstag. In der Regel finden die Schnupperlehren während den Schulferien statt. Andere Zeitpunkte erfordern eine Absprache mit der Schule. Zwischen den Sport- und Sommerferien im zweitletzten Schuljahr ist ein empfehlenswerter Zeitpunkt für das Besuchen von Schnupperlehren.

Schnupperarten

Schnupperbesuch

Anzahl Tage:

  • 1

Inhalt/Zweck:

  • Besichtigung einzelner Tätigkeiten im Betrieb
  • Es wird nur ein Ausschnitt aus dem Berufsalltag sichtbar

Schnupperlehre

Anzahl Tage:

  • 2 bis 5

Inhalt/Zweck:

  • Besichtigung zentraler Tätigkeiten und Mitarbeit im Betrieb
  • Aktive Mitarbeit
  • Vertiefter Einblick
  • Spezielle Schnupperlehrprogramme in grösseren Betrieben

Lehrstellenbewerbung

Anzahl Tage:

  • Individuell

Inhalt/Zweck:

  • Im Rahmen des Bewerbungsverfahrens
  • Prüfung der Eignung für die Lehrstelle

Suchen

Adressen für Schnupperlehren findet man zum Beispiel beim Berufsinformationszentrum (LEFI-Verzeichnis) oder online bei yousty.ch. Dabei geht Qualität vor Quantität: Die Berufe und Betriebe sollten sorgfältig ausgewählt werden, die Kontakte können für die weitere Lehrstellensuche hilfreich sein.

Es ist wichtig, Alternativen zu haben und verschiedene Berufe kennen zu lernen. Jugendliche sollten 2 – 3 Berufe haben, die in die engere Auswahl kommen und auf die sie sich fokussieren.

Finden

Je nach Lehrbetrieb reicht es, telefonisch nach einer Schnupperlehre zu fragen. Vor dem Telefonat empfiehlt es sich, dass die möglichen Daten bekannt sind und die Jugendlichen gut vorbereitet sind, was am Telefon besprochen werden soll. Andere Betriebe wünschen eine schriftliche Bewerbung. Über www.yousty.ch kann man sich direkt über die Webseite für die gewünschten Schnupperlehren bewerben.

Während der Schnupperlehre

Wichtig ist, dass die Jugendlichen in der Schnupperlehre aktiv mitmachen, ihr Interesse zeigen und sorgfältig arbeiten. Motivierte Jugendliche bleiben dem Lehrbetrieb in guter Erinnerung und können bei der späteren Bewerbung für die Lehrstelle auffallen.

Schnupperbericht

Bei einer Schnupperlehre können die Jugendlichen vom Betrieb einen kurzen Beurteilungsbogen wünschen. Darauf ist ersichtlich, wie interessiert und geschickt sich die Jugendlichen gezeigt haben. Positive Schnupperberichte können der Lehrstellenbewerbung – auch unabhängig vom Beruf – beigelegt werden. Eine Vorlage für einen Schnupperbericht können Sie hier herunterladen.

Empfehlungen für Eltern

      • Nehmen Sie Ihrem Kind das Suchen einer Schnupperstelle nicht ab. Seien Sie da, wenn es Fragen hat und ermutigen Sie es, aktiv zu werden.
      • Üben Sie in Form eines Rollenspiels den Anruf beim Betrieb, wenn eine Schnupperlehre angefragt werden soll.
      • Schärfen Sie das Bewusstsein, wie wichtig es ist, einen guten Eindruck zu hinterlassen und sich interessiert zu zeigen. Hier gibt es die Aussicht auf eine Lehrstelle.
      • Ein Schnuppertagebuch kann Ihrem Kind dabei helfen, die Eindrücke zu reflektieren und die Übersicht zu behalten, was positiv oder weniger positiv aufgefallen ist.
      • Wenn es mit dem Schnuppern nicht klappen sollte, gibt es online zahlreiche Filme, die ebenfalls einen Einblick zu den Berufen verschaffen.
      • Weitere Informationen finden Sie auf www.berufsberatung.ch und auf www.yousty.ch
Andrea Gimmi

Andrea Gimmi

Andrea Gimmi ist Projektkoordinatorin im Team Prävention Jugendarbeitslosigkeit. Unter anderem organisiert sie Bewerbungstrainings in Oberstufenklassen, damit Schülerinnen und Schüler noch intensiver auf den Bewerbungsprozess vorbereitet werden können.

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