myfututejob Pro Juventute

Jede/Jeder arbeitslose Jugendliche ist eine/einer zu viel

Rund 38‘000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 24 Jahren sind aktuell ohne Arbeit. Die beruflichen Chancen junger Menschen sind ungleich verteilt und für viele gestaltet sich die berufliche Integration schwierig. Deshalb setzt sich Pro Juventute mit den Angeboten Bewerbungstraining und MyfutureJob präventiv gegen Jugendarbeitslosigkeit ein und fordert auf wirtschafts- und gesellschaftspolitischer Ebene Massnahmen.

Die neuesten Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit (15-24-Jährige) in der Schweiz zeigen, dass die Zahl der Personen, die bei den regionalen Arbeitsvermittlungsämtern (RAV) als arbeitslos gemeldet sind, bei 13064 registrierten Personen liegt[1].Schaut man jedoch die Zahlen der Erwerbslosenstatistik nach der Definition des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) an, zeigt sich ein total anderes Bild. Demnach sind Ende September 2018 in der Schweiz 38‘000 der 15-24jährigen ohne Arbeit[2].

Ungleiche Startbedingungen für Jugendliche

Die beruflichen Chancen für Jugendliche sind aufgrund ihrer familiären und schulischen Startbedingungen ungleich und für manche Jugendlichen gestaltet sich der Einstieg ins Berufsleben schwierig. Gelingt Jugendlichen und jungen Erwachsene die berufliche Integration nicht, hat das für die Betroffenen, wie auch für die Gesellschaft, weitreichende Konsequenzen. Das Fehlen einer klaren Zukunftsperspektive, die fehlenden Erfahrungen der Selbstwirksamkeit kann psychosoziale Auswirkungen und soziale Ausgrenzung zur Folge haben. Dies verursacht enorme Kosten für die Allgemeinheit[3]. Aus diesen Gründen unterstützt Pro Juventute junge Menschen im Übergang 1 von der Schulzeit in die Berufslehre sowie im Übergang 2 von der Berufslehre in den Arbeitsmarkt.

Bewerbungstrainings für Jugendliche vor der Berufslehre

Das Angebot «Bewerbungstraining» richtet sich an Schülerinnen und Schüler  die vor dem Übertritt von der obligatorischen Schulzeit in die Berufswelt stehen. Mit Unterstützung von Volunteers aus der Privatwirtschaft, wird das Bewerbungsgespräch geübt, die Bewerbungsunterlagen optimiert und Tipps und Tricks für das Bewerbungsverfahren vermittelt. Die Rückmeldungen der Jugendlichen sind durchs Band sehr positiv:

«Ich bedanke mich für das Vorstellungsgesprächstraining. Mir hat es sehr geholfen. Ich bedanke mich auch für die vielen Tipps, die Sie mir gegeben haben, diese haben mir sehr geholfen»
Mirko, 15 Jahre aus dem Kanton Zürich

Per Ende Oktober 2018 standen in der Deutschschweiz und der Romandie bereits über 200 Volunteers im Einsatz und 920 Schülerinnen und Schüler konnten von diesem Angebot profitieren. Im Jahr 2019 wird das Angebot  erstmals auch im Tessin angeboten.

My Future Job für Jugendliche mit Erstausbildung

Das schweizweite Angebot MyFutureJob richtet sich an junge Erwachsene von 18 – 25 Jahren mit einer abgeschlossenen Erstausbildung, die sich beruflich neuorientieren möchten. Pro Juventute unterstützt sie mit einer Berufs-, Laufbahn- und Studienberatung. Im laufenden Jahr konnten bereits über 150 junge Erwachsene erfolgreich beraten werden:

«Mir persönlich hat die Berufsberatung bei MyFutureJob sehr viel gebracht. Denn mit Ihrer Hilfe konnte ich die Weichen für mein weiteres Berufsleben stellen. Ich habe viel über meine Stärken erfahren und in welche Branche ich effektiv hineinpasse. Mir wurde kompetent und hilfsbereit meine weiteren Möglichkeiten im Berufsleben offenbart und begründet dargestellt. Ich bin demnach sehr zufrieden mit der Berufsberatung von MyFuture Job und würde dies jederzeit weiterempfehlen.»
Mann, 21-jährig

Nebst diesen konkreten Angeboten fordert Pro Juventute auch langfristige politische Massnahmen, um allen Jugendlichen einen gelungenen Berufseinstieg zu ermöglichen.

[1] Staatssekretariat für Wirtschaft SECO – Arbeitslosenzahlen

[2] Budesamt für Statistik – Erwerbslose gemäss ILO nach Geschlecht, Nationalität und Altersgruppen, brutto- und saisonbereinigte Werte. Durchschnittliche Monats-, Quartals- und Jahreswerte

[3] Rothe, T., & Tinter, S. (2007). Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt: eine Analyse von Beständen und Bewegungen. Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB).

Simone Brunner

Simone Brunner

Simone Brunner hat MSc Soziale Arbeit studiert und leitet bei Pro Juventute die Abteilung Bildung und Information. Zu dieser Abteilung gehört auch das Programm Prävention Jugendarbeitslosigkeit mit seinen Angeboten „Bewerbungstraining“ und „MyFutureJob“.

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