Risiko Cybermobbing und Cybergrooming

Die James-Studie untersucht alle zwei Jahre das Medien- und Freizeitverhalten von Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren in allen Landesteilen und Sprachregionen der Schweiz. Die Ergebnisse zeigen, dass das  Smartphone ist fest in den Alltag der Schweizer Jugendlichen integriert ist und diese folglich auch mit bestimmten Risiken, wie zum Beispiel Cybermobbing und-grooming, konfrontiert sind.

Wie häufig ist Cybermobbing?

Im Jahr 2018 besitzen 99% der Jugendlichen ein Smartphone.  99% von diesen geben an, über ihr persönliches Gerät täglich oder mehrmals pro Woche Online-Dienste zu nutzen. Neben den vielen Chancen, die das mediale Freizeitverhalten bietet, gilt es aber die Risiken nicht aus den Augen zu verlieren. Denn 23% der befragten Jugendlichen geben an, bereits erlebt zu haben, dass jemand sie im Internet fertigmachen wollte und 33% der Jugendlichen haben schon erlebt, dass Fotos oder Videos von ihnen ohne ihre Zustimmung online gestellt wurden. 37% der davon Betroffenen gaben an, dass dies sie gestört hat. Diese Vorkommnisse können unter dem Begriff „Cybermobbing“ zusammengefasst werden. Das heisst, das Mobbing wird durch die Nutzung der digitalen Medien und deren Kanäle, wie zum Beispiel Chatfunktionen, erweitert. Im Allgemeinen bezeichnet man Mobbing als offene und/oder subtile psychische Gewalt über einen längeren Zeitraum und mit dem Ziel der sozialen Ausgrenzung. Mobbing charakterisiert sich also auch durch die Wiederholung der Übergriffe.  Die Studie hat jedoch diesen Aspekt des Mobbings nicht abgefragt. Deshalb wird die Verwendung des Begriffs Cybermobbing in der James-Studie  auch „für einmalige negative Erlebnisse“ als ungenau betrachtet und die hohen Zahlen sind mit Vorsicht zu interpretieren. Das Risiko und die Auswirkungen von Cybermobbing auf die Jugendlichen ist jedoch keinesfalls zu schmälern. Mehr zur Thematik Cybermobbing können Sie hier lesen.

Wie häufig ist Cybergrooming?

Ist man auf sozialen Netzwerken präsent, ist man adressierbar – auch von fremden Personen und dies häufig auf störende Art und Weise mit unterwünschten Inhalten. Unter Cybergrooming versteht man dann auch die gezielte und unerwünschte Anbahnung sexueller Kontakte durch Fremde via Internet. 30% der Jugendlichen in der Schweiz haben dies bereits erlebt. Bezüglich Erfahrungen mit Cybermobbing sind Mädchen und Jungen ähnlich häufig betroffen, beim Cybergrooming sind Mädchen deutlich öfter mit dem Thema konfrontiert als Jungen.

Orientierung und Unterstützung rund um digitale Medien

Pro Juventute unterstützt Eltern und Schulen bei der Medienbildung von Kindern und Jugendlichen. Neben umfangreichen Informationen und Tipps bietet Pro Juventute interessierten Eltern und Bezugspersonen auch die Möglichkeit, eine moderierte Elternveranstaltung zu besuchen und mehr über die Chancen und Risiken der digitalen Medien zu erfahren und so ihre Verantwortung in der Medienerziehung selbstsicherer wahrzunehmen. Die Erfahrungen zeigen, dass Kinder und Jugendliche bewusster mit digitalen Medien umgehen, wenn die Medienerziehung nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause stattfindet. Der bewusste Umgang mit digitalen Medien und ein wohlwollender Austausch dazu im Familienalltag ist der beste Schutz vor Risiken.

Simone Brunner

Simone Brunner

Simone Brunner hat MSc Soziale Arbeit studiert und leitet bei Pro Juventute die Abteilung Bildung und Information. Zu dieser Abteilung gehört auch das Programm Medienkompetenz

Hat Ihnen der Artikel weitergeholfen?

0
1