Momo Challenge – eine echte Bedrohung oder doch nur Fake?

Momo, eine Puppe mit furchterregender Erscheinung, ist zurzeit in aller Munde. Angeblich werden reihenweise Kinder und Jugendliche via den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp aufgefordert, am Spiel Momo-Challenge teilzunehmen. Danach würden sie bedroht und zu Gewalttaten aufgefordert. Doch was ist an diesem Phänomen wirklich dran?

Wer ist Momo?

Momo, ein Pseudonym, tritt als ein puppenähnliches Gesicht mit strähnigen schwarzen Haaren und breitem, verzerrten Mund und herausquellenden grossen Augen in Erscheinung.

Die Einladung zur Teilnahme an der der Momo-Challenge erfolgt via eine private Nummer, die der WhatsApp-Messaging-Anwendung hinzugefügt werden kann. Sobald der Kontakt mit dieser unbekannten Nummer, also mit „Momo“, hergestellt ist, erhalten die Kinder und Jugendlichen Drohungen, ihnen werden gefährliche Herausforderungen gestellt, unter der Androhung, dass ihnen etwas passieren wird, sollten sie nicht Folge leisten.

Was an Momo ist echt?

Bei Momo handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um dasselbe Phänomen wie bei der Blue Whale Challenge und kann als ein „Hoax“ (Falschmeldung, Scherz) bezeichnet werden. Trotzdem  gehen beängstigende Meldungen, wonach Jugendliche aufgrund der Challenge suizidal wurden, viral. Diese werden von den traditionellen Medien aufgenommen und weiterverbreitet, ohne sich auf glaubwürdige und nachprüfbare Quellen zu stützen. Das heisst, die Medien nehmen ihre Verantwortung, solche hysterieerregenden Meldungen zu prüfen und faktenbasiert darüber zu berichten, nicht wahr. So gibt es im Falle von Momo nur wenig konkrete Beispiele und Beweise für die Teilnahme von Personen an der Challenge, wie Michael Perret Professor an der Hochschule ARC im Bericht von RTS zitiert wird. Das ist gemäss seinen Aussagen ein Indiz dafür, dass kaum jemand mit diesem Phänomen konfrontiert war, aber trotzdem alle darüber reden und Angst davor haben. Er erklärt sich den Erfolg von Momo mit unserer Neugierde, mit der Auseinandersetzung mit unseren Ängsten sowie der Angst, ein aktuelles Phänomen, man nennt diesen Mechanismus auch „Fear of missing out“, zu verpassen.

Was tun, wenn Momo  doch erscheint?

Wir empfehlen den Eltern die Thematik „Kettenbriefe“ mit den Kindern und Jugendlichen ganzheitlich aufzugreifen. Da Phänomene wie die Momo-Challenge, zumindest medial, immer wieder einmal in Erscheinung treten, ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche diese richtig einordnen können.

Tipps für Eltern

  • Interessieren Sie sich für die Mediennutzung des Kindes und bleiben Sie im Gespräch darüber. Seien Sie sich dabei aber bewusst, dass das Kind das Recht auf Privatsphäre hat.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind, über seine Medienerfahrungen zu erzählen, insbesondere wenn es das Gefühl hat, das etwas nicht stimmt.
  • Je jünger die Kinder, desto schwieriger ist es, die Inhalte (z.B. einer Momo Challenge) einordnen zu können. Umso wichtiger ist Ihre Begleitung. Helfen Sie Kindern dabei, indem Sie zusammen Inhalte, Profile oder auch die Motivation, solche Inhalte zu teilen, kritisch hinterfragen. So können Sie beispielsweise einen Blick hinter die Kulissen von Accounts werfen, die von Menschen bedient werden, die Angst machen wollen.
  • Die Kontaktaufnahme zur Teilnahme an der Momo-Challenge erfolgt meist via Soziale Medien, primär Whatsapp. Es gilt im Allgemeinen sehr vorsichtig zu sein in Bezug auf unbekannte Absender, resp. mit Unbekannten zu schreiben.
  • Wird der Kontakt dennoch hergestellt, gilt es den Kontakt (auch im Falle der Momo-Challenge) zu blockieren.

Simone Brunner

Simone Brunner

Simone Brunner hat MSc Soziale Arbeit studiert und leitet bei Pro Juventute die Abteilung Bildung und Information. Zu dieser Abteilung gehört auch das Programm Medienkompetenz

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