vorbereitung auf erstgen Schultag oder Kindergartentag

«Juhui ich bin ein Kindergärtler und ich eine Schülerin»

Nach den Sommerferien beginnt für viele Kinder ein neuer Abschnitt: Sie kommen in den Kindergarten oder in die Schule. Vorfreude und mulmige Gefühle im Hinblick auf die unbekannte Situation wechseln sich ab. Solche Neubeginne sind für die ganze Familie bedeutungsvoll.

Einschlafen ist am Vorabend vor dem Kindergarten- und Schulbeginn nicht immer einfach. Die meisten Kinder sind viel zu aufgeregt. Der Rhythmus ist möglicherweise noch auf Ferien eingestellt, denn früh zu Bett gehen war über die Sommerwochen nicht so wichtig. Obwohl die Eltern alles daransetzen, dass ihr Kind am ersten Schultag ausgeruht aufsteht, gebärdet es sich wie ein Wirbelwind und an Schlafen ist nicht zu denken. Statt nochmals eine Geschichte zu erzählen, könnten sich die Eltern aufs Bett setzen und sich zusammen mit dem Kind ausmalen, wie es sein wird, mit dem Kindergartenstreifen loszuziehen oder was man in der Schule alles lernen möchte.

Sich gemeinsam auf den Kindergarten freuen

Ein Neubeginn löst unterschiedliche Gefühle aus. Oft mischen sich in die Vorfreude auch mulmige Gefühle. Nicht selten werden diese Empfindungen durch auffälliges Verhalten überspielt. Viele Kinder sind den Umgang mit Gleichaltrigen von der Spielgruppe oder Krippe bereits gewöhnt und die Trennung von der Mama, dem Papa gehört zum Alltag. Und doch, der Kindergarten verläuft anders und es gelten andere Regeln als in der Kita. Zudem muss in jeder neuen Gruppe erst ein eigener Platz gefunden werden. Verständlich also, dass Eltern solch ein Neubeginn ebenfalls beschäftigt. Man möchte, dass es dem Kind im Kindergarten gefällt, dass es tolle Gspänli zum Spielen findet und die Kindergärtnerin nett ist. Damit sich das Kind im Kindergarten schnell wohlfühlt, sollten Eltern Gelassenheit und Zuversicht vermitteln und so das Selbstvertrauen des Kindes stärken.

Schulneulinge begleiten

Auch der Übertritt in die Schule stellt eine grosse Veränderung dar. Im Kindergarten gehörten die Kinder zu den Grossen, nun zählen sie wieder zu den Kleinen und betreten als Schulanfänger und Schulanfängerinnen Neuland. Der Schulbeginn ist ein besonderer Moment und ein grosser Schritt. Eltern können ihr Kind auf diesem Weg begleiten und unterstützen, aber nicht davor bewahren, dass es im «Haus des Lernens» neben vielen positiven Erfahrungen, auch Enttäuschungen geben kann. Mit einer positiven Grundhaltung gegenüber der Schule lässt sich viel bewirken. Es hilft dem Kind, wenn es spürt, dass die Eltern beispielsweise die Lehrpersonen akzeptieren, Lernen spannend finden und sich für den Schulalltag interessieren.

Neuanfänge gehören dazu

Jeder Wechsel verändert Gewohnheiten. Es gilt Vertrautes loszulassen und sich auf Neues einzustellen. Nicht allen Kindern fällt ein solcher Neuanfang leicht. Manchmal kann Spannung abgebaut werden, wenn Eltern erzählen, wie es ihnen damals ergangen ist. Kinder sind fasziniert, wenn die Mutter, der Vater oder die Grosseltern sich erinnern, wie sie den Kindergartenbeginn und den ersten Schultag erlebt haben. Solche Gespräche helfen Müttern und Vätern, die Unruhe und Anspannung des Sohnes, der Tochter besser zu verstehen und sich gemeinsam auf den grossen Moment zu freuen.

Tipps für Eltern

  • Freuen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind auf den Kindergarten- oder Schulanfang. Ein Neubeginn löst unterschiedliche Gefühle aus und in die Vorfreude mischen sich auch mulmige Gefühle.
  • Malen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind aus, wie es sein wird, mit dem Kindergartenstreifen loszuziehen oder was es in der Schule alles lernen möchte. Indem Sie Gelassenheit und Zuversicht ausstrahlen, stärken Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes.
  • Hilfreich ist auch, wenn Ihr Kind spürt, dass Sie beispielsweise die Lehrpersonen akzeptieren, Lernen spannend finden und sich für den Schulalltag interessieren.
  • Seien Sie sich bewusst, dass Sie Ihr Kind zwar begleiten und unterstützen, aber nicht davor bewahren können, dass es im Kindergarten, in der Schule auch Enttäuschungen geben kann. Trauen Sie Ihrem Kind zu, seinen Weg alleine zu meistern.

Susan Edthofer

Susan Edthofer

Susan Edthofer ist Pädagogin und Texterin. Früher war sie als Redaktorin für die Fachzeitschrift «4 bis 8» tätig. Seit 2011 arbeitet sie als Redaktorin für die Pro Juventute Elternbriefe und verfasst regelmässig Beiträge zu Erziehungsthemen.

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