buben_spielen_fussball

Kinder- und Jugendschutz im Schweizer Fussball

Kinder- und Jugendschutz im Fussball geht alle etwas an: Vereinsverantwortliche, Trainerinnen und Trainer, Funktionärinnen und Funktionäre sowie die Eltern. Ihr vorbildliches Verhalten auf und neben dem Platz gewährleistet den 200‘000 Fussballjunioren und -juniorinnen in der Schweiz ein tolles, unbelastetes Sporterlebnis.

Der Kinder- und Jugendschutz gehört zu den wichtigsten Grundpfeilern der Schweizer Fussballvereinskultur. Durch ihn werden Respekt und Toleranz gefördert und Diskriminierung und Gewalt abgelehnt – Maximen, die im Leitbild des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) fest verankert sind. Explizit in den SFV-Statuten aufgeführt ist zudem die Förderung eines gesunden und fairen Sports durch die Anerkennung der Ethik-Charta des Schweizer Sports.

Mit seinem Engagement für den Kinder- und Jugendschutz und durch die Kooperation mit Pro Juventute will der SFV präventiv gegen Gewalt und Fehlhandlungen wirken. Ziel ist es, alle Beteiligten für das Thema zu sensibilisieren und zu stärken, ihre Integrität zu schützen und negative Vorfälle zu verhindern – damit die Begeisterung für den Fussball anhält und er ein Leben lang unbeschwert gespielt werden kann.

Prävention leben und Angebote kennen

Gelebte Prävention heisst, dass ein respektvoller Umgang untereinander gepflegt wird. So entsteht eine gute Atmosphäre und eine starke Vereinskultur.

«Vorbildlich zu handeln, aufmerksam zu sein und in schwierigen Situationen schnell und angemessen zu reagieren, damit Fehlhandlungen eingedämmt werden können – das ist für alle involvierten Personen und Parteien entscheidend».
Benjamin Egli, Verantwortlicher Vereinsentwicklung

Das Beratungsangebot von Pro Juventute bietet bei Bedarf rund um die Uhr Unterstützung für Kinder und Jugendliche sowie für Vereinsverantwortliche, Trainerinnen, Trainer und Eltern. In einem vertraulichen, kostenlosen Gespräch werden Situationen geklärt und die jeweils notwendigen Schritte eingeleitet. Die professionellen Beraterinnen und Berater von Pro Juventute sind in allen Landessprachen, rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr erreichbar.

Weitere Informationen zur Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Fussballverband.

Wie können Eltern präventiv wirken?

  • Ein Vorbild in Sprachgebrauch und Auftreten sein – durch eine respektvolle und unterstützende Art beeinflussen sie das Verhalten der Spielerinnen und Spieler massgeblich.
  • Ihre Kinder dazu ermutigen, Nein zu sagen, wenn sie sich in einer Situation unwohl fühlen; sie sollen lernen, auf sich und ihren Körper zu achten und sorgsam mit ihm umzugehen.
  • Den Entwicklungsstand ihres heranwachsenden Kindes kennen und beachten sowie die Gefahren von Verletzungen und Überforderung einschätzen.
  • Einen offenen Kontakt zu den Trainerinnen und Trainern pflegen.
Haben Sie als Eltern oder Erziehungsberechtigte Fragen? Die Elternberatung von Pro Juventute hilft Ihnen weiter: Tel. 058 261 61 61.


Wie können Trainerinnen und Trainer präventiv wirken?

  • Vorbild sein in Sprachgebrauch und Auftreten – durch eine respektvolle, direkte und ehrliche Art beeinflusst der Trainer/die Trainerin das Verhalten der Spielerinnen und Spieler massgeblich.
  • Einen offenen Kontakt mit den Spielern und Spielerinnen pflegen, klare Abmachungen mit ihnen treffen und diese auch gegenüber den Eltern transparent machen.
  • Nicht gemeinsam mit den jungen Spielerinnen und Spielern duschen und so deren Intimsphäre respektieren.
  • Akzeptieren, wenn Kinder und Jugendliche Nein sagen, sobald sie sich unwohl fühlen.
  • Allfälligen Irritationen im Trainings-, Spiel- oder Lagerbetrieb nachgehen und im Bedarfsfall Unterstützung beanspruchen.
  • Bei Körperkontakt klare Grenzen setzen und Situationen vermeiden, die als Übergriff ausgelegt werden können.
  • Den Entwicklungsstand der Kinder und Jugendlichen im Team beachten sowie die Gefahren von Verletzungen und Überforderung kennen.
  • Gegenüber Eltern am Spielfeldrand eine klare Position einnehmen und einschreiten, wenn diese das Spiel und/oder Verhalten der Spielerinnen und Spieler destruktiv kritisieren.
  • Die Themen Fehlhandlung und sexueller Übergriff regelmässig mit anderen Trainerinnen/Trainern sowie mit den Kindern und Jugendlichen aufgreifen – so werden diese Themen enttabuisiert, und die Spieler/innen merken, dass der Trainer /die Trainerin darauf sensibilisiert ist.
  • Die Eltern zur Mitarbeit ermuntern.
Haben Sie als Vereinsvertreter/in oder Trainer/in Fragen? Die Jugendleiterberatung von Pro Juventute hilft Ihnen weiter: Tel. 058 618 80 80.

Wie können Kinder und Jugendliche selber präventiv wirken?

  • Nein sagen, wenn sie sich in einer Situation unwohl fühlen, und Körperkontakt ablehnen, wenn sie ihn nicht wünschen; es gibt kein Recht auf Körperkontakt, wenn das Gegenüber nicht einverstanden ist.
  • Schlechte Erfahrungen oder belastende Ereignisse möglichst genau aufschreiben (was ist wann und wie passiert, wie hat es sich angefühlt?); die Notizen helfen später in der Fachberatung.
  • Mit einer Vertrauensperson über negative Erfahrungen oder belastende Ereignisse sprechen (z. B. mit Eltern, Lehrpersonen, Freunden usw.), nicht aber direkt mit der übergriffigen Person.
  • Unterstützung im eigenen Umfeld oder bei den Beratungsangeboten von Pro Juventute beanspruchen.
  • Sich versichern, dass weitere Schritte nur mit ihrem Einverständnis unternommen werden.
Hast du als Fussballjunior/in Fragen? Das Notfall- und Beratungstelefon 147 von Pro Juventute hilft dir weiter. Tel. 147.

Benjamin Egli

Benjamin Egli

Verantwortlicher Vereinsentwicklung SFV

Benjamin Egli leitet den Bereich Vereinsentwicklung im Schweizerischen Fussballverband. Er studierte Sport- und Betriebswirtschaft und promovierte anschliessend im Themenbereich Sportvereinsmanagement und Sportsoziologie. Im Fussballverband kümmert er sich u.a. um Projekte in den Bereichen Freiwilligenarbeit, Integration, CSR und Kinder- und Jugendschutz.

Hat Ihnen der Artikel weitergeholfen?

14
1
Name